Vegane Waffeln - Outtakes 8

Diese folgende Szene hätte sich um Seite 244 zugetragen. Mädelstrip im BMW!

Frederick brach schon früher, am 17. Dezember auf. Zum Abschied kam er in die Küche, als Karina noch bei Finn war. Er grinste verschmitzt.
»Meine Mutter gibt dir das Geld für das Taxi zurück, wenn ihr einkaufen fahrt, oder?«
»Ja, ich darf es bei ihr abrechnen, wenn wir sowieso die Einkäufe durchgehen.«
Er trat dichter an mich heran und sagte geheimnisvoll: »Ich hab sie darauf gebracht, dass du sehr gut Auto fahren kannst. Ich hoffe, du hast nichts dagegen, auch mal für sie zur Reinigung zu fahren.«
Ich verstand nicht. »Das verstehe ich nicht.«
»Sie ist in der Endphase ihres Buches. Gut möglich, dass sie über Weihnachten und die nächsten Wochen im allgemeinen nicht wegen Kleinigkeiten rauswill. Vielleicht ergibt sich da für dich etwas mehr Spielraum.«
Er zwinkerte mir geheimnisvoll zu, drückte dann zärtlich meine Hand zum Abschied und verschwand durch die Tür.

Mir war schon aufgefallen, dass Silke in letzter Zeit umnachteter aussah, vom vielen Sitzen etwas krumm lief und genervt reagierte, wenn sie das Haus verlassen musste, zum Beispiel, weil sie einen Termin beim Arzt hatte. Einzig ihr morgendliches Joggen und die Wochenendausflüge mit Karina machten ihr noch Freude, sonst klebte sie an ihrer Tastatur.
Trotz dieses Wissens und Fredericks Art von Vorwarnung fiel ich aus allen Wolken als Silke am Freitag nach dem Essen zu mir kam und mir den Schlüssel für den BMW Z4 gab. »Wenn Sie wollen und Lust haben für mich ein paar Sachen zu holen, können Sie ihn fahren. Ron hat Winterreifen draufgezogen, er kriegt nur Super.« Sie sah mir tief in meine weitaufgerissenen Augen. »Trauen Sie sich das zu?«
»Klar!«, hauchte ich angetan.
Frau Doktor seufzte, als könne sie es selbst kaum glauben: »Ich vertraue Ihnen meine beste Freundin und mein Auto an.«
»Ausfluuuuug!«, freute sich Karina, die an der Ecke gelauscht hatte.

In Berlin Auto zu fahren ist so eine Sache für sich. Immer von Vorteil ist eine angeborene Arschruhe, Ortskenntnis sowieso, ganz wichtig ist aber, den Verkehr vorausschauend einzuschätzen und rechtzeitig auf seine Abbiegespur zu wechseln. Das ist eigentlich die halbe Miete. Dann kommt es darauf an, was für ein Auto du fährst und welches Nummernschild es trägt. Stell dir Autofahren in Berlin wie ein Computerspiel vor. Das härteste Level wäre es etwa eine junge Frau in einem ranzigen Renault mit einem Barnimer Kennzeichen zu sein. Vergleichbar oft wird ein Mercedesfahrer aus München angefeindet, vor allem wenn er in den 60er-Zonen 50 fährt. In einem klappernden Kastenwagen vorsichtig über die Straßen zu schleichen, weil sich im Laderaum zerbrechliche Torten türmen, ist ein ebenso hartes Schicksal. Heute probierte ich ein leichtes Level aus: Ich brauste mit schnurrenden Motoren aus dem Wohnviertel, eine hibbelige Karina neben mir, die Schildhornstraße hinunter und lenkte das geile Gefährt dann auf die A103. Spätestens jetzt bemerkte ich, wie anders sich die übrigen Verkehrsteilnehmer verhielten. Näherte sich mein Sportwagen ihnen nur etwas, nahmen sie Abstand. Die Sonne glänzte auf dem nachtblauen Lack, mein Hintern wurde von der Sitzheizung unter den hellen Ledersitzen gewärmt. Ich setzte Silkes stylische Sonnenbrille auf, die auf der Armatur lag, und ordnete mich schließlich auf die Überholspur ein. Zum ersten Mal wollte Karina den Einkauf im Veganz schnell hinter sich bringen, um wieder im Auto zu sitzen und den gleichen Spaß auf der Rücktour zu genießen. Nur leider wurde daraus nichts, denn wir landeten in der ersten Welle des Feierabendverkehrs. Für einen Weg von nicht einmal 20 Minuten 55 zu brauchen und dabei noch gut weggekommen zu sein, nervte dann doch ziemlich.
Silkes hatte uns überdies gebeten, für sie in die Reinigung zu fahren, und ihr Kleid für Silvester abzuholen. Damit es nicht knitterte, hatte Karina vorgeschlagen, das auf dem Rückweg zu erledigen und es auf ihren Schoß zu nehmen. Zum Glück konnte sie sich an dieses Angebot erinnern, als ich in die Albrechtstraße einbog.


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