Vegane Waffeln - Outtakes 7

Dies hätte sich nach Seite 158 zugetragen

Erst einmal galt es sowieso, mein Patenkind vom Bus abzuholen!
Lina hatte die Woche Herbstferien und kam heute aus dem Wing Tsun Camp zurück, für das Pami und ich ein halbes Jahr gespart hatten. Nun standen wir am Bushafen Marzahn und sahen den weißen Kleinbus anrollen.

Die beiden Haupttrainer saßen vorne, alle hinteren neun Plätze waren mit zappelnden Sprösslingen zwischen acht und zehn Jahren besetzt. Ich sah im Augenwinkel wie Pamis Antlitz erst zum Muttergesicht und schließlich zu einem breiten Grinsekuchen wurde, als sie ihren Ableger entdeckte. Wenngleich sie die Woche genossen, viel geschlafen, aufgearbeitet und auch ein bisschen gedatet hatte; heimlich und arg vermisst hatte sie die kleine Lina schon. Und obwohl ich in diesem Gefühlschaos steckte und mit dem Kopf an und für sich immer bei Karina war - Lina wiederzusehen, versetzte auch mir einen süßen schmerzhaften Freudenstoß. Sie drängelte sich an den anderen aussteigenden Kindern vorbei, sofort fiel mir ihre noch geradere Haltung und ihr flinker Lauf auf. Eindeutig: die vier intensiven Trainingstage hatten sich bezahlt gemacht!
»Mamiiii!« Lina landete in Pamis Armen und die nahm sie hoch und setzte sie sich auf die Hüfte. Das machten sie nur noch in Ausnahmen, denn eigentlich war das Mädel viel zu groß dafür geworden. Pamis Rücken bog sich unter ihrem Gewicht durch, dennoch näselten sie eine Weile zärtlich miteinander. Ohne abgesetzt zu werden, flog Lina als Nächstes in meine Arme und ich drehte mich zweimal mit ihr. »Wing Crusq ist wieder da!«, rief ich und die lachte.


Dann nahmen wir sie in unsere Mitte, ich nahm ihr rotes Rucksäckchen, Pami trug die Tüten mit dem Kuchen und wir fuhren zum Helene-Weigel-Platz, wo Lucrecia und Rhys ein großes Wiedersehensessen abhielten. Das bedeutete, sie hatten so viel gekocht, als kämen wir drei von unserem Dienst bei der Fremdenlegion nach Hause. Lina quasselte wie ein Wasserfall, und noch ehe wir uns setzten, missbrauchte sie ihre Onkel, uns ein paar der neu gelernten Griffe zu zeigen. Es ist schon beeindruckend, wenn eine Neunjährige einen 18-Jährigen blitzschnell auf die Bretter schmeiß. In mir kroch ein wohliges Gefühl auf: Lina war groß und stark, konnte sich selbst beschützen. Sie war unbesiegbar!


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