Vegane Waffeln - Outtakes 3

MINI-SERIE: Diese Szene kennt ihr von Seite 49 bis 50. Nur mit viel weniger Sex ;)

 

Sam glaubt an uns!, dachte ich. Wie gerne hörte ich diese Worte nach den Einwänden von all den Zweiflern – meiner Mutter, Klaus, Pamis Eltern, die zwar einverstanden waren, aber niemals auf die Idee gekommen wären, unsere Pläne euphorisch zu unterstützen. »Wenn sie uns nicht tadeln, heißt das, sie loben uns«, hatte Pami gescherzt. »Nimm’s nicht so schwer, my Dear! Hauptsache, wir glauben selbst an uns!« Sie hatte ja recht, das hätte mir reichen sollen. Sams Lob war mir trotzdem so willkommen, dass ich meine sonstige Vorsicht völlig vergaß. Dieser fünfzehn Jahre ältere Millionär fand mit seinen Worten den Weg in mein Herz – und in meine Hose. Ich wurde süchtig nach Gesprächen mit ihm, nach seinen Tipps, die uns, zugegeben, einige Unannehmlichkeiten mit Kunden und Ämtern ersparten. Ich himmelte ihn an.

Als ich ihm eines Tages nach einer Lieferung im Parkhaus begegnete und er mich stumm an sich zog, fühlte ich mich trunken vor Glück. Dass dieser bewundernswerte Kerl mich attraktiv fand – mich hässliches Entlein! –, dass er mich schelmisch lächelnd auf die Rückbank seines Porsche Geländewagens legte und nach allen Regeln der Kunst durchvögelte, dass er mir danach schmeichelhafte SMS schickte: Das alles war mir unbegreiflich.


Auch dass er mir am nächsten Mittwoch auflauerte, um mir genau diesen Service ein weiteres Mal zu bieten. Das wiederholte sich ein paar Mal und blieb unser süßes kleines Geheimnis. Ich hatte nicht einmal Pami von dieser Liebschaft erzählt, denn wir wollten ja nichts mit Kunden anfangen. Und ich hatte zu viel Angst vor ihrer Reaktion, das ausgerechnet ich mich in so ein Abenteuer stürzte. Aber dann verliebte ich mich leider ernsthaft in ihn.
Als ich eines späten Abends Tarte und Waffeln für eine Veranstaltung lieferte, tauchte Sam hinter mir auf.
»Komm mit«, flüsterte er und ich dummes Huhn gehorchte.
Er ging allen Ernstes mit mir ins Ritz gegenüber. »Nahe dran, ich kann nicht warten, dich auf seidene Daunen zu legen!«
Wir trieben es auf einem sündhaft teuren Teppich, auf dem irdenen Waschbecken im Bad, stehend vor dem Fenster mit Blick über den nächtlich beleuchteten Potsdamer Platz. Ich lernte auch hier so viel von ihm. Viel mehr als ich den in zwei festen Liebesbeziehungen meines Lebens gelernt hatte.

Zu Hause konnte ich mich dann eines breiten Grinsens einfach nicht mehr erwehren, und Pami fragte unwillkürlich: »Wie heißt er?«
»Sam.« Ich lächelte noch breiter.
»Welcher Sam?«, rief sie daraufhin erschrocken aus.
»Du weißt, welcher Sam!« Ich drehte mich allen Ernstes um mich selbst und tanzte in der Küche herum, ehe Pamis schockiertes Gesicht in mein Blickfeld geriet. »Es tut mir leid, es ist einfach passiert. Und es fühlt sich so gut an. Nun guck nicht so, du müsstest das doch verstehen!«, entgegnete ich.
Käme jetzt ein Vortrag darüber, dass man nicht mit seinen Kunden schläft? Gerade von ihr, die der verbotenen Liebe auch gefrönt hatte?


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